»Vor den Menschen lebten die Legenden-Wesen in dieser Gegend. Es waren Vögel, Eidechsen und andere Tiere, doch sie sahen aus wie Menschen. Aber sie waren nicht gut und taten schlimme Dinge. Deshalb erzürnte Gott Coyote so sehr, dass er sie eines Tages in Felsen verwandelte. Man kann ihre Gesichter sehen, mit roter Farbe bemalt, so wie sie waren, bevor sie versteinerten.«
Diese Geschichte erzählen sich die Paiute genannten Ureinwohner, die im südwestlichen Teil des Bundesstaates Utah leben. Man mag dieser Legende gern Glauben schenken, angesichts unzähliger Felstürme im Bryce Canyon National Park wähnt man sich im Märchenland. Mitunter erinnern die zerbrechlich wirkenden Felsen auch an überdimensionale Kleckerburgen, vielleicht erschaffen von den Kindern des oben genannten Gottes?









Unbedingt erwähnenswert wäre noch, dass die Paiute diese Gegend außerhalb bestimmter Zeremonien keinesfalls betreten, da sie fürchten, ihrerseits selbst in Felsen verwandelt zu werden. Dem schenken wir nun wirklich keinen Glauben und suchen uns die zwei schönsten Wanderrouten des Parks aus. Dabei können wir die Märchenwelt aus zwei unterschiedlichen Perspektiven kennen lernen. Auf unserer ersten Tour schauen wir uns die Sache eher aus der Vogelperspektive an, denn das Tal der Felstürme wird von einem Hochplateau eingefasst, an dessen Rand wir die Szenerie umrunden. Am zweiten Tag wechseln wir ins Tal und haben nun die umgekehrte Blickrichtung. Zwischen den teilweise riesigen Türmen wandernd verneigen wir uns vor der Schönheit der Natur.











Unsere Sinne könnten durchaus eine Pause gebrauchen, jedoch kommt hier die kalte Jahreszeit in großen Schritten näher. Vor allem merken wir dies daran, dass einige Nationalparks Ende Oktober ihre Pforten schließen. Und so wenden wir uns nach unserem kleinen, nördlichen Ausfallschritt wieder unserer Hauptrichtung und südlicheren Gefilden zu.
Wetterbericht: Noch nicht erwähnt wurde, dass der Bryce Canyon National Park auf ca. 2500 m Höhe liegt. Das erklärt die klare Luft und den unglaublich blauen Himmel auf unseren Fotos (wirklich kein Filter!!). Die Tagestemperaturen liegen bei angenehmen 25 Grad, die Sonne brutzelt noch etwas dazu. Nachts haben wir bei Vollmond und sternklarem Himmel frostige Stimmung, Rekord liegt bei -4 Grad (da freuen wir uns über Hildes gut funktionierende Heizung, so dass wir ohne zu frieren aus dem Bett kriechen können).