Schlamm-Massel

Bevor wir die tiefgründige Bedeutung unserer Überschrift erklären sei zunächst erzählt, dass unser sehnsüchtig erwarteter Monteur am Abend des Tages erschien, an dem wir unseren letzten Beitrag veröffentlicht hatten. Er hatte uns nicht vergessen sondern schlichtweg drei Tage mit einer fürchterlichen Erkältung zu kämpfen gehabt. Immer noch hustend und schnäuzend flickte er nun vor Ort den alten Schlauch, »weil dieses Ersatzteil in ganz Argentinien nicht käuflich zu erwerben sei«. Seitdem schnurrt unser Hägar wieder wie ein Bienchen und hat uns schon etliche Kilometer weiter getragen. 

 

An dieser Stelle sei auf unsere neue Rubrik »Menschen« aufmerksam gemacht, in der wir einige derer, die unseren Weg gekreuzt haben, vorstellen werden. Auch unser Monteur Carlos wird dort seinen Eintrag finden.

 

Leider konnten wir unseren Aufbruch aus Wanda nicht mehr öffentlich machen, da ein zentraler Stromausfall ganz Wanda lahm gelegt hatte und deswegen auch kein Internet auf dem Campingplatz verfügbar war. Und da wir nicht auf der Suche nach WiFi sondern auf dem Weg zu Abenteuern sind kann sich die verehrte Leserschaft dieses Blogs nur in Geduld üben.

 

Von Wanda führte uns der Weg wieder Richtung Süden nach San Ignazio Mini. Der Ort wäre nicht sonderlich spektakulär, wenn nicht die Guaraní, Ureinwohner der Gebiete zwischen Paraguay, Brasilien und Argentinien, hier vor etlichen hundert Jahren eine Christliche Mission errichtet hätten, deren Ruinen wir im Abendsonnenlicht bestaunen konnten. Übernachtet haben wir auf einer Wiese mitten im Dorf.

 

Unser nächstes Ziel war nun ein Naturreservat zwischen Posadas und Corrientes, die Esteros del Iberá. Das fast 5.000 Quadratkilometer große Sumpfgebiet soll unheimlich artenreich sein, wir hoffen auf spannende Begegnungen mit allerlei Getier. Von der Ausdehnung des Gebietes abzuleiten sind auch die langwierigen Zufahrten zu unserem Ziel. Da das Wetter und auch die Fahrbahn trocken waren entschieden wir uns für den kürzesten Weg, ca. 150 km unbefestigte Straße waren zu bewältigen. Leider verwandelte später einsetzender Regen die Fahrbahn allmählich in eine Schlammwüste. Dank Allrad waren wir aber immer noch optimistisch, doch dann war 24 km vor dem Ziel plötzlich Schluss. Hägar zog es aus der Spur und rein in den Matsch  und war dann nicht mehr vom Fleck zu bewegen. Nach einigen Versuchen mit Hölzern und Steinen musste wir schlammverkrustet aufgeben.

 

Zum Glück haben wir immer unser Haus dabei und haben in Ermangelung vorbeifahrender potenzieller Helfer an Ort und Stelle übernachtet. In der Nacht hatte der Regen dann auch aufgehört, was Anlass zu optimistischen Plänen gab. Und der erste Vorbeifahrende war dann auch gleich der Helfer in der Not. Mit vereinten Kräften quasi 8×8 war das Problem bald erledigt und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen.

Jetzt stehen wir auf einem schön gelegenen Campingplatz direkt am Seeufer, haben all die schlammverkrusteten Dinge gereinigt und freuen uns nun auf unsere Expedition zu den Kaimanen und Wasserschweinen, die morgen auf dem Programm steht. Wenn der Regen aufhört…

Eine Antwort auf „Schlamm-Massel“

  1. Uiuiui ihr SchlammLurche??
    Wir sitzen grad im Hans ? und amüsieren uns prächtig über euren Blog ?
    Wir denken viel an euch ?
    Nichts läuft einfach(,)reibungslos – dafür wird man mit tollen Begegnungen belohnt ?
    Weiter so!
    (Wir sind übrigens seit 1,5 Wochen mit Hans in Belgien, Frankreich und den Niederlanden. Wir standen zwar nicht im Schlamm, dafür aber in Diesel⛽️ doch für alles gibt es Lösungen, auch wenn sie „Geduld“ heißt (in 300ml-Schritten Tanken)
    Freuen uns weiter von euch zu lesen!!?
    Seid gedrückt von uns
    Tina&Thomas

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